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1) Du und dein Leben. Magst du uns etwas über dich erzählen?

Hauptberuflich bin ich Mama, aber sobald ich mir einen Moment frei nehmen kann, widme ich mich dem Schreiben. Was es über mich zu erzählen gibt? Ich bin 24, habe mein erstes Kind mitten im Abitur bekommen und mit ihm gemeinsam beendet. Mein zweites folgte drei Jahre später. Jetzt sind wir komplett. Im Mai habe ich den Mann meiner Träume geheiratet, der manchmal ganz untraumhaft ist, dafür sehr real und ein unglaublicher Vater. Ich bin sehr glücklich.

 

2) Wann hat deine Leidenschaft für Bücher begonnen? Wann hast du mit dem Schreiben begonnen und warum?

Schon sehr früh. Krimis, Liebeskummergedicht, irgendwann erste Romanversuche. Schreiben war und ist für mich Selbstverwirklichung. Was ich schreibe, ist mein Herzblut. Ich liebe Bücher, Buchstaben, die Macht der Worte. Wahnsinn, was für Geschichten entstehen…

 

3) Von welchem Buch würdest du sagen: Davon kann ich nie genug bekommen!

Harry Potter – ich liebes es einfach. Für mich könnte es noch hundert Bände geben und ich würde sie alle lesen!

 

4) Dein Buch „Die Dreizehnte Fee“ ist für mich eine absolute Überraschung gewesen – im positiven Sinn. Es ist ein Märchen für Erwachsene, voller Fantasie und Widersprüche. Was hat dich dazu inspiriert und was für ein Gefühl war es das Buch zu veröffentlichen?

Ich liebe Märchen, liebte sie schon als Kind. Mein Sohn liebt sie ebenso. Wir lesen oft zusammen. Wir sprachen über die Figuren, ihre Motivation, ihre Absichten und Gründe, warum sie so sind, wie sie sind, warum sie anderen Leid beifügen. Und ich begann darüber zu schreiben. Heraus kam die Fee. Und irgendwann begriff ich, dass das, was ich da geschrieben hatte, wirklich ganz gut war. Und ich überlegte zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft darüber nach, etwas zu veröffentlichen. Ich schrieb Verlage an, bekam Antworten, sogar Zusagen. War hin und her gerissen. Jetzt ist sie da, erschienen im Selbstverlag. Es ist viel Arbeit, es kostet viel Zeit, die von der des Schreibens abgeht. Aber ich bin begeistert. Es ist unglaublich spannend und aufregend!

 

5) Welche altbekannten Märchen hast du in deinem Buch verwoben und neu in Szene gesetzt? Welche Fee steht für welches Märchen?

Es gibt eine Menge Märchen, die ich las und mich an ihnen allen zum Teil bediente. Es gibt die Brennesselhemden aus den 12 Schwänen, den Turm aus Rapunzel, den Dörnröschenzauber aus gleichnamigen Märchen, die Zwerge, den Spiegel, das Aussehen der Feen aus Schneewittchen, die Prinzessin mit ihrer Kugel aus dem Froschkönig, die Brunnenwelt aus Frau Holle, das rote Cape aus Rotkäppchen, der Uhrmacher entlehnt aus Alice im Wunderland, die Eishexe aus der Schneekönigin, die Meerhexe aus Arielle, aber auch angelehnt an Aphrodite, die Giftmischerin ebenfalls aus Schneewittchen, aber mit einem Hauch biblischen Hintergrund, die Kinderfresserin ist dem Märchen Hänsel und Gretel entliehen, das Rattenbiest dem Rattenfänger von Hameln. Es gibt noch einige mehr, es gibt reine Märchensymbole, wie die Linde, den Brunnen, den Haselstrauch, die blauen Lichter…

 

6) Was fasziniert dich selbst an Märchen?

Ich finde es wahnsinnig spannend, was hinter den Geschichten der Märchen alles steckt. Sie sind düster, sie haben Moral, sie sind uralt, haben sich über Generationen und Generationen von Menschen hinweg erhalten, über die Grenzen der Länder, ja sogar der Kontinente hinaus verbreitet. Märchen prägen uns Menschen seit frühester Kindheit. Sie lehren uns etwas über das Leben. Was erwartet uns abseits des Weges im Wald?

 

7) Nennst du mir deine Lieblingsstelle aus den Büchern? Vielleicht sogar dein Lieblingszitat? Oder auch deinen Lieblingscharakter?

Meine Lieblingsstelle kann ich nicht nennen, das würde zu viel spoilern, ist es doch das Ende, die letzten Worte zwischen Fee und Jäger. Deshalb hier, eine andere Stelle, die ich wirklich gerne mag:

Helden. Jede gute Geschichte braucht Helden. Keine perfekten Helden, nein, sie dürfen Fehler machen, sie dürfen von ihrem Weg abkommen. Aber am Ende treffen sie die richtigen Entscheidungen. Sie sind gut. Sie sind, wie wir sein wollen.

Ich bin kein Held.

Ich bin der Antiheld. Und mag ich mich noch so sehr bemühen, ich werde niemals die Gute sein. Ich kann nicht gewinnen, weder im Märchen noch im wahren Leben. Ich bin dazu verdammt den Weg zu gehen, der mir bevorsteht. Er bringt mich ans Ziel. Es steht alles geschrieben. Ich bin die Böse.

Mein Lieblingscharakter ist wohl der Uhrmacher als positiver Chara und die Giftmischerin als böse. Warum? Der eine besitzt einen Humor, die andere ist der Dreizehnten Fee so ähnlich, so wie sie früher war und tief im Innern wünscht auch sie sich nichts, als die Nähe der Menschen und Liebe.

 

8)Wann werden Teil 2 und Teil 3 der Reihe erscheinen?

Momentan schreibe ich an Band 2, der voraussichtlich im Herbst erscheinen soll. Mal schauen, ob er vielleicht sogar so weit geht, dass es keinen Dritten Band mehr braucht. Ich kenne zwar das Ende, weiß aber noch nicht auf welchem Weg die Fee dort ankommen wird.

 

9) Ich muss es fragen: Wie stehen die Chancen für ein Happy End?

Da sind wir ja schon beim Ende. Happy End? Definiere Happy End?

Angenommen es gäbe eines – wie müsste es dann aussehen?

Ich glaube, es gibt kein einfaches „Und sie lebten bis ans Ende ihrer Tage“ – es gibt kein klassisches Happy End, nicht bei der Fee, nicht bei mir. Aber es wird eine Ende geben, ein richtiges Ende, dass nicht nur negativ sein wird, denn es gibt immer Hoffnung und etwas, das Mut macht.

 

10) Was war bisher der schönste Moment in deinem Leben als Autorin? Welche Erfahrung wirst du so schnell nicht vergessen?

Ich bekam eine private Nachricht hier auf FB, von einer Frau, die mein Buch ihrer Freundin im Krankenhaus vorgelesen hatte und plötzlich lauschte nicht nur sie, sondern die ganze Station. Ich glaube, dass war der Moment in dem ich begriff, dass ich nicht nur für mich schreibe, sondern auch anderen mit meinen Geschichten etwas geben kann. Die Fee hat sie verzaubert. Für einen Augenblick. Das werde ich nie vergessen. Es ist unbestritten der schönste Moment.

 

11)Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft?

Ich möchte Anerkennung für den Job, den ich hier tue. Ich möchte, dass es nicht nur als Hobby angesehen wird. Ich will schreiben, schreiben, schreiben. Weil es mich glücklich macht, weil ich Leser glücklich machen will. Ich will Welten erschaffen, ich will verzaubern. Ich will Figuren erschaffen, die berühren und von denen etwas bleibt, selbst wenn das Buch beendet ist. Das will ich. Das wünsche ich mir.


 

Okay und Last but not Least: die Quickies 😀

  • Lieblingsmärchen: Die kleine Meerjungfrau
  • Lieblingsserie: Früher Star Gate
  • Lieblingsfarbe: Grün/Blau
  • Lieblingstier: Früher habe ich mir immer einen Hund gewünscht…
  • Nachteule oder Frühaufsteher: Naaaachteule! Definitiv!

 

Vielen lieben Dank  ❤

 

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