Erschienen am 17.07.2015, Ebook 2,99€, neobooks Self-Publishing, 250 Seiten (Printausgabe)

Inhalt: Berlin in den späten 2060er-, frühen 2070er-Jahren. Der Konzern „Better Life“ wirbt damit, Menschen ein neues, besseres Leben zu ermöglichen: Geld, Statussymbole, Sex. All das und viel mehr wird den Kunden versprochen. Der Haken: Das „perfekte“ Leben wird für genau 10 Jahre gewährt. Danach werden die Erinnerungen gelöscht und der Körper dem Konzern zur Verfügung gestellt… Marvin ist unzufrieden mit seinem Job und seine große Liebe hat ihn verlassen. So lässt er sich auf das Angebot von „Better Life“ ein, ohne zu ahnen, welche Folgen diese Entscheidung mit sich bringt. Zoe ist Neuroinformatikerin und hat das vom Konzern genutzte Programm entwickelt. Dies tat sie mit den besten Absichten, um beispielsweise traumatisierten Soldaten oder Polizisten zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Viel zu spät erkennt sie, dass  der Konzern einen Bereich vor ihr verheimlicht hat, in dem die Persönlichkeiten von Menschen komplett gelöscht werden, um ihnen eine völlig neue Identität zu verpassen und sie für seine Zwecke zu benutzen.

Better Life

Das Cover lässt direkt erahnen, dass im Buch die Technik eine wichtige Rolle spielt. Es passt toll zur Geschichte und hat mich direkt angesprochen. Etwas schade für mich als türkis-Fan, dass mein Reader die tollen Farben nicht darstellt. 😉

Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist altbekannt und doch völlig neu durch die technischen Möglichkeiten: 2068 gibt es noch (wenige) gedruckte Bücher sowie Ebook-Reader und Autos (die jedoch zwischenzeitlich durch Magnetantrieb funktionieren). Kochen muss dank Essenspaketen, die in Maschinen eingelegt werden, niemand mehr und die Zugänge zu Gebäuden, Häusern und selbst den Autos funktionieren durch implantierte Chips. Diese Vorstellung ist für mich in den nächsten 50 Jahren so zumindest teilweise sehr gut möglich, daher ist das Szenario umso beängstigender.

Die Hauptcharaktere sind sympathisch und glaubwürdig und ich mag die verzwickte Liebesproblematik, die sich im Laufe des Buches im Hintergrund langsam entwickelt. Von einigen Charakteren hätte ich mir noch etwas mehr Hintergrund gewünscht (vor allem was die Fieslinge betrifft) und hoffe hier auf den zweiten Band. Dass nicht direkt vorhersehbar ist, wer Freund oder Feind ist, macht die Story herrlich spannend.

Der Schreibstil ist einfach, jedoch keinesfalls langweilig. Zugegebenermaßen hatte ich anfangs etwas Angst, dass ich als ziemliche Technik-Banausin mich in langatmigen, unverständlichen Computer- und Programmierdetails verlieren würde. Dies war jedoch absolut unbegründet, man kann der Geschichte auch als nicht-Tech-Freak sehr gut folgen! Ich hatte das Buch viel zu schnell durchgelesen, weil man geradezu durch die Geschichte rast. Die Spannung ist durchweg vorhanden und das Buch birgt viele Überraschungen. Ja, ich würde sogar sagen dass der Verlauf ganz anders war, als ich nach den ersten Seiten vermutet hätte (und das obwohl ich etliche Dystopien gelesen habe).

Das Ende hat einen ganz fiesen Cliffhanger, so dass nun extrem dem Folgeband entgegenfiebere, der auch der Abschlussband sein wird.

Überraschend, anders, beängstigend: In „Better Life“ zeichnet Lillith Korn eine Zukunftsvision, die erschreckend real wirkt und ein Lesevergnügen für alle Sci-Fi/Dystopie-Fans bietet. Von mir eine klare Kaufempfehlung!

4,5 Bücherfüchse