Und was wäre spannender als ein Charakterinterview? 😉

(leider muss ich sagen, dass es Spoiler enthält, aber nur kleine)

Sina & Tarek

 

Schön, dass ihr hier seid! Sina, erzähl uns ein wenig von dir und deinem Leben. Von dem Leben, dass du vor deiner unfreiwilligen Reise nach Tyarul hattest. An was kannst du dich erinnern?

„Ich … es ist alles verschwommen. Ich weiß noch, dass ich aus Deutschland komme, aus Hamburg. Und dass ich dort mit meinen Eltern in einem Haus wohnte – oder zumindest mit den Leuten, die ich für meine Eltern hielt. Scheinbar waren sie es gar nicht.“

 

Wie hat es sich angefühlt, plötzlich nicht mehr zu wissen, was man glauben soll? Nicht mehr zu wissen wo man ist und wer man selbst ist?

Sina schnaubt. „Zuerst dachte ich, dass ich träume – dass das alles ein Albtraum ist. Naja, davor war ich eigentlich ersteinmal sehr verwirrt. Das erste, an das ich mich ganz bewusst erinnere, ist die Hüte hinterm Haus. Ich bin dort aufgewacht und alles war verschwommen. Die Erinnerungen kamen dann nach und nach … und nur sehr lückenhaft zurück. Als ich mich endlich wieder an meinen Namen erinnern konnte, war das eine unglaubliche Erleichterung. Ich habe mich so hilflos gefühlt … Tarek und Shetan waren Fremde für mich und alles war so anders. Ich dachte erst, ich sei in einem Film gelandet, da ich zwar vieles vergessen hatte, aber trotzdem noch grundlegendes wusste. Ich war überzeugt davon, dass ich in Deutschland sein müsste, in einer modernen Demokratie. Dann in einer mittelalterlichen, düsteren Welt aufzuwachen war ein echter Schock. Nichts für ungut, Tarek.“

Er lächelt matt. „Es war auch ein Schock für uns, als sie das erzählt hat.“

 

Was fasziniert dich am meisten an dieser Welt und was macht dir am meisten Angst?

„Das ist nicht schwer. Am aller faszinierendsten finde ich die Magie. Sie ist atemberaubend. Und am meisten Angst …“

Sie wirft einen Blick rüber zu Tarek, bevor er sich räuspert und für sie einspringt. „Nun, ich schätze, diese Angst ist für alle gleich, die nicht für die Ratken arbeiten. Zayda und ihre Magier.“

 

Tarek, wie war das Leben hier bevor Sina zu euch ins Dorf gebracht wurde? Was hat sich verändert? Nicht nur im Alltag, sondern auch an oder in dir.

„Ich … ich weiß nicht recht, wie ich das beschreiben soll. Es kommt mir so vor, als hätte ein Teil von mir immer auf genau so etwas gewartet. Seit ich mir über die Ungerechtigkeit in der Welt bewusst wurde, habe ich mit meinen Freunden über die Situation mit den Ratken und mögliche Lösungen diskutiert, mit ihnen Kämpfen geübt und … gewartet. Vermutlich hätten meine Freunde und ich irgendwann versucht, andere Rebellen zu finden, aber seien wir mal ehrlich. Ohne einen Magier ist es praktisch unmöglich.“

Er wirf einen Blick zu ihr und berührt sie zart an der Hand.

 

Wie kommst du mit dem Training voran, Sina? Was sagt Tarek zu deinen Kampfkünsten?

„Ich … ich weiß nicht. Es fällt mir manchmal schwer, mit meinen Fortschritten zufrieden zu sein. Es gibt so vieles, dass ich noch nicht kann und weiß.

 

Ihr zwei versteht euch gut oder? War das schon immer so? Und jetzt mal unter uns: Tarek sieht verdammt gut aus oder?

Sina wird rot. „Ich … es gab am Anfang ein paar Missverständnisse. Ich habe mich nicht getraut, ihm zu sagen, wie nett ich ihn finde. Damit hätte ich früher rausrücken sollen, dann hätten wir uns da einen bescheuerten Streit sparen können.“

Tarek grinst und gibt ihr einen Knuff. „Aber bei der Ausbildung sind wie ein super … wie sagst du dazu? Tiem? Beim Trääning?“

„Hihi, genau. Manchmal verwende ich wohl noch Wörter aus meiner alten Heimat. Da gab es schon so manches Missverständnis. Aber ähm …“ Ihr Blick schweift kurz über Tareks wilde schwarze Haare und bleibt liebevoll an seinen dunklen Augen hängen. Sie muss gar nicht mehr sagen, um die letzte Frage zu beantworten.

 

Tarek eine kurze Frage an dich: Was bedeutet Sina für dich? Wie weit würdest du für sie gehen?

Er ballt unwillkürlich die Faust. „Alles. Diese Welt braucht Sina, auch wenn sie jetzt vielleicht noch nicht stark genug ist, um es mit der Tyrannin aufzunehmen. Ich werde alles dafür tun, damit sie sicher bleibt. Sie …“ Er zögert kurz und lächelt dann sanft. „Sina bedeutet alles für mich.“

 

Ich sehe schon, wir dürfen ja auch nicht zu viel verraten. Dann zu einer etwas einfacheren Frage: Was sollte man über Tyarul wissen, um überleben zu können?

Sina löst ihren Blick von ihm und grinst schief. „Ich glaube, die Frage sollte Tarek beantworten. Er ist der Tyarul-Fachmann.“

„Nun … die einfachste Antwort wäre wohl … sich nicht dem Gesetz der Ratken zu widersetzen, immer seine Abgaben zu zahlen und niemals etwas gegen die Königin zu sagen … aber so leicht ist es nicht. Selbst wenn man sich im Auge der Gesetze absolut richtig verhält … die Ratken handeln mit Willkür und Gewalt. Es kann jederzeit ein Trupp von ihnen in ein Dorf stürmen, die Frauen vergewaltigen, die Männer töten und alles niederbrennen, nachdem sie geplündert haben.“ Er wirft einen kurzen, nervösen Blick zu Sina, die blasser geworden ist und die Lippen aufeinanderpresst. „Ich … glaube felsenfest daran, dass Magie der Schlüssel ist … wenn man es schafft, seine magischen Fähigkeiten zu entwickeln und gut zu verbergen, ist man relativ sicher und hat ganz andere Möglichkeiten. Aber das würden die meisten wohl nicht als Überlebenstipp durchgehen lassen, sondern mich ins Gefängnis stecken oder hängen.“

 

Sina, wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?

„Ich würde mir wünschen, dass die Ratken erkennen, dass sie einen Fehler damit machen, die anderen zu unterdrücken. Der Wunsch, dass Zayda einfach verschwindet, wäre wohl etwas zu viel verlangt, oder?“

 

Tarek, nenne mir 3 Wörter, die Sina passend beschreiben und du, Sina, 3 Wörter, die auf Tarek zutreffen.

Sina: „Ich glaube, Tarek beschreibt man am besten mit: Loyal, kampfbereit … liebevoll.“

Tarek grinst: „Zu Sina passt … begabt … leidenschaftlich … und dickköpfig.“

„He!“

 

Sina, was ist deine größte Angst? Und was gibt dir Tag für Tag die Kraft weiterzumachen?

„Zayda ist irgendwie immer in meinem Hintergrund präsent. Ich sehe immer wieder ihre gelb glühenden Augen, die sich durch meinen Blick gebohrt haben … ich habe Angst, dass sie mich findet … aber ich habe auch Angst um meine Freunde. Dass ich versage und nicht so helfen kann, wie ich es möchte.“

 

Glaubt ihr an Happy Ends? Glaubt ihr an eures?

Tarek runzelt die Stirn. „Hääpi Änds?“

Sina schmunzelt. „Das ist ein Begriff aus Lyrra, Tarek. Es bedeutet so viel wie … ein glückliches Ende.“

„Achso. Das … ist aktuell etwas schwer zu sagen. Wir sind ja erst am Anfang. Sina hat ihre Ausbildung gerade erst begonnen und muss noch viel lernen … und meine Freunde und ich auf jeden Fall auch. Aber wir werden nicht aufgeben, richtig Sina?“

Sie nickt heftig. „Auf keinen Fall. Ich weiß, dass es schwer werden wird. Aber diese Welt und ihre Menschen sind es wert.“

 

Danke für dieses Interview ❤