Erschienen am 26.10.2015, HC: 16,99€, Heyne fliegt (Random House), 480 Seiten

Die Welt, wie wir sie kennen wurde nach einer Katastrophe zerstört. Nun gibt es nur noch Zwillinge, von denen jeweils nur einer ein perfekter Alpha sein kann, während dessen Bruder oder Schwester ein minderwertiger Omega ist. Ein solches Zwillingspaar sind auch Zach und Cass, doch im Gegensatz zu beinahe allen anderen Geschwisterpaaren ist bei ihnen in den ersten Lebensjahren nicht ersichtlich, wer mit einem Makel behaftet ist, denn Cass verheimlicht ihren gut: Sie ist eine Seherin, ohne körperlichen Makel Ein Zwilling kann ohne den anderen nicht überleben. Als Zach Cass einsperrt um sein eigenes Leben zu schützen, erkennt sie, dass sie um auszubrechen ihren größten Feind bekämpfen muss: Ihren Zwilling Zach.

Als großer Dystopie-Fan im Jugendbuchbereich musste ich Das Feuerzeichen unbedingt lesen. Und natürlich gibt es in dem Genre immer diverse Parallelen. Doch durch die Zwillings-Idee konnte Francesca Haig in bekanntes Terrain auch ganz neue, eigene Aspekte einbringen.

Die Alphas können ihre Omega-Geschwister nicht vernichten, da niemals einer ohne den anderen überleben kann. Seit die neuen Alphas an der Macht sind, werden die Omegas zunehmend unterdrückt, eingesperrt und müssen Hunger leiden. Auch Cass lebt in Gefangenschaft, doch irgendwann gelingt ihr die Flucht und sie möchte sich dem Widerstand anschließen. Auf ihrem Weg rettet sie den Omega Kip und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach den Rebellen.

Der Leser wird nicht vorsichtig in die „neue Welt“ eingeführt, sondern wird direkt mit Cass‘ Verschleppung durch die Alphas konfrontiert und durch Rückblenden in eben diese Welt eingeführt. Auch die Protagonisten wissen wenig über ihre Umgebung und es ist spannend, gemeinsam mit ihnen mehr zu entdecken. Von Anfang an war Spannung vorhanden, hier gab es kaum Schwächen in Form von kleinen Längen.

Cass ist eine tolle Hauptprotagonistin. Sie ist mutig und manchmal sogar eine kleine Heldin. Mir gefällt ihre Einstellung, denn sie glaubt unerschütterlich daran, dass ein friedvolles Zusammenleben zwischen den verhassten Geschwistern möglich sein kann. Zach ist schon als Kind unsympathisch und gerät immer mehr in einen Wahn, vermutlich auch durch die zunehmende Macht, die er innehat. Die Beichtmutter, die ebenfalls eine große Rolle spielt, hat mir bei jeder Erwähnung ein unangenehmes Gefühl beschert.

Einzig Kip war für mich etwas schwierig einzuordnen. Ich weiß gar nicht wirklich warum, aber ich dachte immer wieder dass sich zwischen den beiden hoffentlich keine Liebesgeschichte entwickeln würde und als es dann doch so kam, konnte ich ihnen das nicht richtig abnehmen.

Beim Lesen gerät man in einen Gefühlskonflikt: Der Hass auf die Alphas steigt stetig, aber die Alphas zu bekämpfen scheint sinnlos, denn jeder tote Alpha bedeutet auch ein Opfer auf Seiten der Omegas. Zudem spielt die Autorin natürlich damit, dass man nie sicher sein kann, wer wessen Bruder bzw. Schwester ist. Das bringt unheimlich viel Spannung in die Geschichte.

Mir hat der Auftakt der Reihe sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie sich der Konflikt weiter entwickelt. Besonders gut gefällt mir Cass‘ Bild von den Menschen: Egal, wie der Makel ist, wir sind alle eins und sollten zusammen halten. Ich freue mich auf Band 2!

Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen!