• Zuerst mal: Stell dich doch bitte mal kurz vor. 🙂 Name, Alter, Beruf, Hobbies, irgendetwas. Was muss man als Leser über dich wissen?

Nun, mein Name ist Julia Rieger, ich bin 22 Jahre alt und ein echtes Großstadtkind. Was man extra erwähnen muss, da meine beste Freundin das immer wieder gern sagt, wenn wir über mich reden 😉
Viel Interessantes gibt es nicht über mich zu berichten. Just a normal girl in a normal world. Mein Gehirn ist ein Tummelplatz an absurden und richtig fiesen Schreib-Ideen und mein Blutkreislauf besteht zu 90% aus Kaffee. (Kaffee und Schokolade, wenn man es genau nehmen will).

Julia Rieger

  • Wo schreibst du am liebsten? Und wann ist die beste Zeit fürs schreiben? (falls es sowas überhaupt gibt?

Ich glaube, kaum ein Autor hat eine feste Zeit zum Schreiben. Die Inspiration kommt, wenn sie kommt. Da kann es auch mal passieren, dass ich einige Wochen fast gar nicht schreibe. Und zum Schreiben zwingen, ist auch immer doof. Tag oder Nacht – beides kann funktionieren, wenn genug Zeit da ist.

Einen Lieblingsort habe ich auch nicht. Meistens schreibe ich an meinem Schreibtisch, immerhin ist er ja dafür da 😛 Aber ich schreibe auch halbliegend im Bett oder auf meinem Sessel. Wo immer ich gerade Platz finde und längere Zeit sitzen bleiben kann. (Und wo eine Steckdose in der Nähe ist)

  • Wie bist du auf die Idee zu deiner Buchgeschichte gekommen?

Die Hauptfigur Emma Percen kam vor fast fünf Jahren in einem anderen meiner (nicht veröffentlichen) Romane als Nebenfigur vor. Meine Alphaleserin und ich fanden sie toll und ich wurde regelrecht angefleht mehr von der blauhaarigen Frau zu schreiben, die einfach in das Leben anderer Menschen platzt, Chaos stiftet und dann wieder verschwindet. Wir fanden, dass Emma Potenzial für eine eigene Geschichte hat. So entstand „Liber ut avis“, in dem ich über Emmas Hintergrund geschrieben habe.

Zitat Emma(Das besagte Ende von Emmas Auftritt in dem anderen Manuskript und der Zeitpunkt, als ich realisierte, dass ich Emma Percen noch nicht loslassen will.)

Falls ihr das nicht/schlecht lesen könnt:

„Und wenn das Leben ganz scheiße läuft, denk dran: Die Erde dreht sich weiter, egal was du tust. Ich liebe dich Kleines.“

Und das war es dann. Emma stieg in ihren Wagen, winkte Noah, Natalia und Alyssa noch einmal zu und startete den Motor. Mit einem letzten Blick in den Rückspiegel dachte Emma an all die Leute, die sie kennen lernen durfte. Dann fuhr sie um die Ecke und war weg. Für eine lange, lange Zeit.

  • Der Titel „Liber ut avis“ ist ja lateinisch. Wie kamst du auf die Idee, ihn auf Latein zu machen? J

Ich mag Latein. Was vermutlich nur jemand sagen kann, der es nie in der Schule lernen musste 😀 Viele andere Romane von mir tragen einen lateinischen Titel. Ich kam aber genau auf diesen Titel, als ich dabei war, nach coolen Tattoo-Ideen zu suchen. So stieß ich auf eine Frau, die sich einen Vogel und »Frei wie ein Vogel« auf Schwedisch tätowieren ließ. Ich fragte Latein-sprechende Bekannte nach einer Übersetzung und tada – Das war wohl die Geburtsstunde des Titels.

  • Beim Lesen, habe ich ja zuerst deine Widmung gelesen. „Für Sophia, Celina und Nora. Dafür, dass ihr meine Schwestern seid.“ Ich muss zugeben, dass erste Mal gelesen zu haben, das es für die Schwestern war, und nicht für die Eltern, Partner etc. Gibt es da eine besondere Geschichte zu?

Das erste Mal? Wow 😀 An der Stelle muss ich zugeben, dass Nora meine beste Freundin und nicht meine biologische Schwester ist. Schwester im Geist eher 😉 Und auch, dass mein Bruder ein kleines bisschen sauer war, weil er nicht erwähnt wurde 😀
Eine besondere Geschichte dazu gibt es an sich nicht. Es ist zwar nicht einfach die große Schwester zu sein, aber für gewöhnlich sind die Drei meine erste Anlaufstelle, wenn ich über etwas reden will. Sie waren auch die Allerersten, denen ich von der Veröffentlichung berichtet habe 😀

(Nur mal so: Die Widmung hat mich total begeistert 😀 – Das ist tatsächlich etwas, das ich noch nie gehört habe 😀 Hihi :D)

  • Du verpackst in deiner Geschichte viele gesellschaftliche Probleme, die gerne auch mal tot geschwiegen werden (wer wissen will welche: Das Buch ist sehr empfehlenswert 😉 ) Wie bist du dran gegangen? Hast du viele Recherchen betrieben, oder eher nach Gefühl geschrieben?

Ohje, das ist eine gute Frage 😀 Ich muss gestehen, viel recherchiert habe ich nicht. Außer man zählt das Reden mit Freunden/Bekannten zur Recherche. Denn das war meine einzige Informationsquelle, wenn ich denn mal irgendwo stolperte oder Fragen hatte. Das meiste, was es an Problemthematiken gab, ist aus dem Bauch heraus geschrieben. Aus dem Grund hatte ich auch relativ viele Testleser, die sich mit solchen Problemen auskennen. Ich wollte keinen Müll verzapfen, aber auch nicht mit erhobenem Zeigefinger schreiben. Das alles war eine schmale Gratwanderung, die ich (hoffentlich) einigermaßen gemeistert habe 🙂

  • Wie nah an der Realität ist deine Geschichte? Dienten wahre Personen als Vorlage?

Die Personen in diesem Roman sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit mit real existierenden Menschen wäre rein zufällig 😉

  • Wie hast du dich gefühlt, als du dein Buch endlich veröffentlichen konntest?

Wie der glücklichste und nervöseste Mensch auf Erden. Ich musste – wie so oft – zu meinem Glück gezwungen werden. Zu veröffentlichen war einfach unbeschreiblich. Zu wissen, dass ich in die thalia/amazon/weltbild Suchleiste meinen Namen eingeben kann und ein Ergebnis kommt … Einfach wahnsinnig 😀 Und gleichzeitig kam damit auch die Angst »Was, wenn es den Leuten nicht gefällt«. Für das Veröffentlichen gehört /zumindest für mich) auch eine große Portion Mut dazu.

  • Ist auch eine Printversion geplant? Oder soll es nur beim e-Book bleiben?

Es ist ein Printbuch geplant. Aber wie wo weshalb kann ich im Moment noch nicht verraten 🙂 Aber meine Emma wird vielleicht schon bald im neuen Glanz erscheinen.

  • Zum Schluss: DU liest ja selbst sehr gerne. Was sind deine 5 Lieblingsbücher?Bücher Julia Rieger

Oh nein, die gefürchtetste Frage überhaupt. Ich habe nicht nur 5 Lieblingsbücher. Ich habe mindestens 30. Nun gut … Wenn ich mich stark eingrenze, komme ich auf diese Schätze:
– Fangirl von Rainbow Rowell (weil ich selten so gelacht und an mich selbst denken musste)

– Der Seelenbrecher von Sebastian Fitzek (weil es mein erster Fitzek war und mich zum Fangirl überhaupt werden ließ)
– Cupido von Jilliane Hoffman (Ich liebe einfach gute Psychothriller)
– Schloss aus Glas von Jeannette Walls (weil diese Autobiografie sogar NOCH trauriger ist als die Geschichte meiner
Emma)
– Alle Bücher der Bookstormer. (weil dort so viele tolle Indie-Autoren vertreten sind)

Danke, liebe Julia 🙂

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