Erschienen am 05.10.2015, HC: 16,99€, Heyne fliegt (Random House), 560 Seiten

Ember und ihr Zwillingsbruder Dante verbringen den Sommer in Crescent Beach, Kalifornien. Doch während Ember am liebsten nur die Sonne genießen und den ganzen Tag surfen möchte, hat sie auch einen klaren Auftrag: Lernen, wie man mit Menschen umgeht und lernen, ein Mensch zu sein. Denn in wahrer Gestalt ist Ember ein Drache und hat ihr ganzes bisheriges Leben bei Talon verbracht. Die Organisation nimmt sich aller auf der Erde lebenden Drachen an, bildet diese aus und weist ihnen nach der Ausbildung unterschiedliche Aufgaben in den Eliteeinheiten von Talon zu. Von der Existenz von Drachen inmitten der Menschheit weiß niemand, außer den Kämpfern des St.-Georg-Ordens, von denen sie seit Jahrhunderten gejagt werden. Als Ember Riley kennenlernt, einen Einzelgänger-Drachen, der von Talon verstoßen wurde und seitdem gejagt wird, beginnt sie, die Organisation in Frage zu stellen. Zudem entwickelt sie Gefühle für den menschlichen Garret und Embers Leben wird zunehmend chaotischer…

Talon

Ich stand dem Buch zunächst etwas skeptisch gegenüber – rein optisch erinnert das Cover schon stark an die „Plötzlich Fee“-Reihe der Autorin, die ich vor längerer Zeit begonnen habe zu lesen, aber erst einmal zur Seite gelegt habe, nachdem der erste Band mich nicht überzeugen konnte. Obwohl ich mich schon mit sämtlichen Wesen in diversen Fantasybüchern vertraut gemacht habe, gehörten Drachen als Hauptprotagonisten bislang nicht dazu und ich wusste nicht, ob mich dies ansprechen würde. All denen, die ähnliche Zweifel hegen, sei vorab schon einmal gesagt: Lest es! Sämtliche Zweifel wurden innerhalb kürzester Zeit beiseite gewischt. Obwohl…

Ja, zunächst hatte ich kleine Schwierigkeiten, mich in die Geschichte einzufinden. Für meinen Geschmack dauerte es etwas, bis die Geschichte an Fahrt aufnahm und es gab ein paar Unklarheiten (z.B. habe ich mich eine ganze Weile gefragt was Talon überhaupt ist), die aber alle im Laufe der Geschichte aufgeklärt wurden – vielleicht war ich auch einfach am Anfang zu ungeduldig. 🙂 Nach ca. ¼ der Geschichte war ich dann jedoch total gepackt und mittendrin im Geschehen.

Der Schreibstil ist einfach und rund, das Buch lässt sich super weg lesen. Mir gefällt sehr gut, dass die Erzählperspektive zwischen den drei Hauptfiguren Ember, Riley und Garret wechselt. Zwar gibt es dadurch keine großen Geheimnisse, die die Charaktere verbergen, da der Leser ja alles aus deren Sicht erfährt, allerdings fiebert man mit, wann die anderen Personen in diese eingeweiht werden und wie die Reaktionen ausfallen. Insgesamt ist man durch den Perspektivwechsel den Charakteren sehr nah und kann sich bestens in die verschiedenen Situationen und Ansichten einfinden. Das Buch war durchweg spannend und das Tempo angemessen.

Ember ist eine wundervolle Hauptprotagonistin. Sie ist klug, mutig und handelt nach ihren Gefühlen. Statt sich stur den Anweisungen zu beugen, beginnt sie, diese zu hinterfragen und entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Sie ist nicht perfekt, aber gerade das macht sie so authentisch.

Der sympathische, charmante Garret und der mysteriöse Riley könnten unterschiedlicher nicht sein, allerdings haben mir beide Charaktere sehr gut gefallen und ich kann verstehen, dass Ember sich zu beiden auf unterschiedliche Weise hingezogen fühlt. Hier möchte ich gar nicht zu viel verraten, außer dass die Lovestory wirklich packend und spannend ist (oder auch die Lovestories – ich setze hier auf mehr Klarheit im nächsten Band).

Die Nebencharaktere sind ebenfalls nicht zu kurz gekommen, vor allem Embers ruhiger Zwilling Dante und ihre grausame Ausbilderin sind toll dargestellt.

Abgesehen von besagter Ausbilderin ist im Buch nicht klar zu erkennen, wer beziehungsweise was gut oder böse ist. In beide Seiten erhält der Leser einen guten Einblick und kann sie somit beide verstehen. Ich bin vor allem auch im Bezug hierauf sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

Was für mich besonders herausragend war, ist die Fantasie der Autorin. Die Drachen sind wunderbar beschrieben und ich konnte sie mir sehr gut vorstellen, hatte dauernd die Bilder der wunderschönen Wesen in meinem Kopf.

Das Ende hat einen ziemlich miesen Cliffhanger – zum Glück ist die Wartezeit bis zum zweiten Band (Januar 2016) überschaubar.

Talon – Drachenzeit ist ein toller Auftakt, bietet viele tolle Ideen und starke Charaktere mit Ecken und Kanten. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten konnte mich das Buch voll überzeugen und bietet viel Potential für den nachfolgenden Teil. Ab sofort bin ich Drachen-Fangirl!

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Weitere Infos zum Buch sowie eine Leseprobe findet ihr hier.

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